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"Und plötzlich war ich im Showgeschäft"

Mit sechs Jahren hatte der kleine Steppke aus dem thĂĽringischen Eisenberg seinen ersten, aber auch unvergessenen Sangesauftritt.

Hunderte sind bis heute dazugekommen und Kay Dörfel zählt mittlerweile zu den festen Größen in der deutschen Schlagerbranche.

Dazwischen liegen nunmehr drei Jahrzehnte Weg nach oben. Die vergangenen Jahre mit ordentlich Power, gepaart auch mit einer ganzen Menge an Erfolgen. Dies ist für ihn "ein ganz großes Glück", denn es habe schon etwas in dieser "Schlager-Bundesliga" mitzuspielen und ganz locker steht er dazu: "Der Erfolg ist wie eine Sucht, den braucht man als Künstler." Dies sei auch der Born aus dem immer wieder neue Ideen sprudeln. Um aber ganz oben im Geschäft zu sein, bedürfe es neben dem Talent, das Kay Dörfel bis in die letzten Haarspitzen besitzt, nun mal auch unweigerlich dem notwendigen Quäntchen Glück. Nur damit lasse sich die Formel "Erfolg" lösen. Und die musste schon früh im Rechenheft von ABC-Schützen Kay Dörfel gestanden haben, denn ehe er das erste Zeugnis in der Hand hielt, stand für ihn der Berufswunsch fest: Sänger! "Mit 17 da hat man noch Träume" – doch der zielstrebige Gymnasiast kam, sah und siegte – und stellte danach den "Ostdeutschen Imitationspreis" in sein Zimmer.

Hört er dann das Wort "Karriere" – lehnt er dankend ab: "Laufbahn, nix weiter". Als er als "junger Spund" sein Faible für die Musik entdeckte war es für ihn ein großer Wunsch, sein Hobby zum Beruf zu machen.

In den 80er-Jahren zählte Kay Dörfel bereits zu den besten Solisten des Landes. Doch mit der Wende brachen solche Nischen weg: In dieser Zeit orientierte sich der junge Mann aus Eisenberg neu: das parodieren und imitieren von Schlagerstars. Als deren Krönung letztendlich der "Deutsche Imitationspreis" stand. 

Zufall und GlĂĽck folgten ihm wenig später nach Wernigerode zur Moderation eines groĂźen Events - die Vako-Show Messe.  Ein Konzertmanager erkannte das tief schlummernde Talent und brachte ihn mit Karlheinz Rupprich – langjähriger Produzent der "Flippers" - zusammen. Kurz danach dann die erste Aufnahme mit "WeiĂźe Rosen bringen dich zu mir zurĂĽck" - und ein unterschriftsreifer Vertrag bei Polygram in Hamburg: "Plötzlich bist du im groĂźen Geschäft." Binnen weniger Wochen waren die 14 Titel und das erste Album "Hallo, mein Engel" produziert. "So landete ich im Showgeschäft. Und plötzlich war ich in alle einschlägigen Sendungen von Hörfunk und TV katapultiert. Wahnsinn", lacht die thĂĽringische Frohnatur ĂĽber das Märchen, zu dem er den Stoff lieferte - aus dem fĂĽr Manchen Träume sind.

Könnte sich der Eisenberger Showstar auch eine andere Musikrichtung vorstellen? "Mit Schlagern bin ich aufgewachsen. Mir gefällt meine Musik, sie geht zu Herzen und mein Publikum versteht sie. Ich mag es in meiner Muttersprache zu singen. Will mich dabei aber nicht in die berühmte Schublade stecken lassen. Ich mache Musik, von der ich glaube, dass sie bei meinem Publikum ankommt - Melodien zum Träumen mit Texten zum Verlieben.

Wenn aus dem Radio die Stimme von Roy Black kam, dann war der kleine Junge aus Eisenberg hin und weg. Einmal so zu singen wie er . . . Dann – vor 22 Jahren - die Möglichkeit in einer Musikstunde. Nach "Auf der Lüneburger Heide" – mit dem berühmten Schluchzer – versetzte er als Zugabe mit "Ganz in Weiß" Lehrer und Schüler ins blanke Erstaunen – und die Roy Black Show ward geboren – bundesweit konkurrenzlos.

Mittlerweile sind viele CDs produziert, das Tourprogramm geht quer durch die Bundesrepublik und ins deutschsprachige Ausland, bis zu 120 Gastspiele im Jahr. Wenn es die Macher & Redakteure zulassen, kommen dazu TV- und Hörfunkpräsenz – aber Kay Dörfel gibt immer den "Strahlemann" mit der warmen, sanften Stimme, der sein Publikum verzückt. Wie schafft er das immer und immer wieder? „Das ist mein Geschäft. Auch wenn da mal der Tag ist, wo man nicht so gut drauf ist. Doch da draußen wartet dein Publikum – und das darfst du keinesfalls enttäuschen!“

Das Hobby Bühne ist das eine – die Vorarbeit dafür, die andere Seite. Aber dahinter steht ein fast täglicher 16-Stunden-Tag im Büro. Dazu hält Kay Dörfel für die eigene Event-Agentur und den Musikverlag die Fäden fest in der Hand "und nicht zu vergessen meine kleine Familie". Die schönste Auszeit für ihn: gemeinsam mit Nicole, Filius Roy und Sohn Leon zusammen zu sein: "Das bringt eine ganze Menge Freude, die im Alltag fehlt." Zum "Luxus" gehören auch mal das Luftholen in der Sauna, ein Besuch beim Lieblingsasiaten und das Auspendeln beim Heimwerken.

Wer aber im Sprint in der Show-Branche immer auf Augenhöhe sein will, der braucht neben Ausdauer, innere Kraft, den Rückhalt in den Menschen. "Man lernt oft Menschen richtig schätzen, wenn sie nicht mehr an unserer Seite sind", wird Kay Dörfel nachdenklich. An seinem 25. Geburtstag verstarb sein Vater: "Ich bin ihm für alles sehr, sehr dankbar." Großen Halt finde er in und mit seiner Familie, bei all den Menschen, "die mir gönnen, dass ich für meine Arbeit das Händeklatschen des Publikums genieße und diejenigen, die mir ehrlich gegenüber treten".

Seit bereits über 30 Jahren steht das Eisenberger Eigengewächs auf der Showbühne, davon fast 2 Jahrzehnte im Profigeschäft. Hat ihn diese Zeit verändert? "Nein, nein. Ich sehe mich dabei immer als einen lebensfrohen, humorvollen", und mit einem Augenzwinkern, "hektischen, aber gewissenhaften und oft zu ehrlichen Menschen. "Bis heute habe ich Vieles erreicht, aus eigener Kraft und durch die Unterstützung hervorragender Kollegen. An dieser Stelle sei den Menschen gedankt, die stets an mich geglaubt haben und nicht verschnupft waren, wenn ich mal wieder zu direkt gesagt habe, was ich denke. Stellvertretend seien hier mein erster Produzent Karlheinz Rupprich genannt, ohne ihn wär ich vielleicht nie in die CD-Regale gekommen. Besonderer Dank gilt auch dem Produzenten Horst Lemke, der mich 2015 mit "Was Männer wirklich wollen" wieder in die Hitparaden brachte. Ich bin echt stolz und die Karriere liegt hoffentlich noch vor mir".